#1

Monarchie und Demokratie

in Adel und Politik 07.01.2016 12:40
von Baron Nahodyl • 29 Beiträge

Liebe Freunde des Adelsforums!

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Befürworter einer konstitutionellen Monarchie in Deutschland stetig gewachsen, und es gibt sogar parteiähnliche Initiativen, die sich dafür einsetzen. Das Motto lautet: "Wir setzen der Demokratie die Krone auf".

Die Vorteile einer Monarchie liegen auf der Hand: Der Monarch und seine Familie sind Identifikationsfiguren für das Volk und eignen sich dafür besser, als jeder Politiker. Politiker nämlich kennt man vor allem durch ihre Dauerreden, Scheingefechte und Skandale. Politiker treten nach Ende der Amtszeit ab, ein Monarch bleibt. Kein Präsident irgendwo auf der Welt kann eine so lange Amtszeit, wie Königin Elisabeth aufweisen. Eine Monarchie verleiht dem Lande zudem auch Glanz mit schönen Zeremonien, sowie ist Ausdruck von lebendiger Tradition. Die Kosten sind bei einer Monarchie nicht unbedingt höher, als beim Präsidialsystem. Die spanische Monarchie kostet das Land weniger, als uns Deutsche das Präsidialsystem. Und bei einer Monarchie bekommt ein Land nicht nur einen Repräsentanten, sondern eine ganze Familie.

Es stellt sich nun die Frage, wie eine deutsche Monarchie aussehen könnte. Wird einfach das Amt des Bundespräsidenten durch das Amt eines Kaisers (Deutschland ist ja ein Kaiserreich, kein Königreich) ersetzt? Zeitlich muß das Amt unbegrenzt sein und sich auf die Nachkommen in der Familie vererben.
Dann wird allerdings die Frage aufkommen, welche Familie die Kaiserfamilie sein soll. Wir würden natürlich das Haus Preußen in dieser Rolle gerne sehen, aber es ist denkbar, daß Einwände kommen. Und dann würde sich schon die nächste Frage aufdrängen: Was, wenn nur weibliche Nachkommen vorhanden sind? Wollen wir ein Kaiserreich am Ende von Bürgerlichen repräsentieren lassen, wie sich das derzeit in Schweden abzeichnet, wo eine Frau Westling Kronprinzessin ist? Es müßte also die Ebenbürtigkeitsforderung bzw. müßten entsprechende Hausgesetze gelten, was dann wiederum zum Grundgesetz im Widerspruch steht.

Denkbar wäre aber auch eine Wahl-Monarchie, wie es sie im Mittelalter gab: Die Fürsten wählen aus ihren Reihen einen zum Kaiser. Das setzt eine besondere Stellung der Fürstenhäuser voraus. Deutschland als Kaiserreich ist eigentlich nur schwer ohne die regionalen Königreiche (z. B. Preußen, Bayern) denkbar. Wo aber will man da aufhören? Die Wiedereinsetzung dieser Königreiche setzte ja auch Grenzänderungen voraus, und auch Fürstentümer, Grafschaften usw. müßte man mit gleichem Recht wieder einsetzen, was am Ende zu einer Neuauflage der Kleinstaaterei führen würde.

Und dann: Deutschland als Kaiserreich würde nicht mehr eine "Bundesrepublik Deutschland" sein, sondern ein "Deutsches Reich" - und damit haben wohl einige Bürger ziemliche Probleme, weil es sie an die NS-Zeit erinnert.

Und welche Rechte soll der Adel dabei haben? Soll es so bleiben, wie bisher, oder soll er alte Rechte zurückerhalten? Soll so ein Kaiser auch zukünftig Menschen in den Adelsstand erheben dürfen - wir können ahnen, daß dies nur nach Vorschlag der Politik gehen würde und können ermessen, daß nicht unbedingt geeignete Personen von der Politik dazu vorgeschlagen werden würden, wenn wir nur einmal sehen, wer in der Vergangenheit so alles mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

Die Monarchie-Befürworter müssen sich also ein machbares und nachvollziehbares Konzept überlegen, und erst wenn dieses steht, kann man daran gehen, für seine Umsetzung zu werben. Denn ohne eine politische Mehrheit wird die dazu nötige Änderung des Grundgesetzes nicht möglich werden.

Grüße
Baron Nahodyl

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#2

RE: Monarchie und Demokratie

in Adel und Politik 15.11.2016 15:43
von Baron Nahodyl • 29 Beiträge

Schon wieder: Die Parteien können sich nicht auf einen Kandidaten einigen und fangen wie üblich zu streiten an. Alle 7 Jahre dasselbe Schauspiel. Am Ende wird einer erkoren, dessen Wahl dann praktisch feststeht.

1. Der Repräsentant sollte das ganze Volk repräsentieren; Parteimitglieder aber stehen immer in erster Linie für ihre Partei oder die Politik dieser Partei.
2. Da die Kandidaten jeweils von Parteien vorgeschlagen werden, diese aber in der Regel Vertreter ihrer Partei nominieren, die nie das ganze Volk vertreten können, ist der Streit um die Kandidaten systembedingt.
3. Wenn sich Regierung und Opposition dann endlich auf einen Kandidaten einigen, dann ist dessen ,,Wahl" meist nur eine Farce, ein ,,Durchwinken", während ein Gegenkandidat zum albernen Quotengegenkandidaten verkommt. Das Volk merkt, daß die ganze Wahl vorher ausgeklüngelt wurde.
4. In einer Zeit, in der die Gesellschaft wegen der Flüchtlings- und Asylanteninvasion so sehr gespalten ist, wäre es gegeben, besonders darauf zu achten, einen Kandidaten zu finden, der das ganze Volk repräsentiert, also keinen Parteisoldaten.

Ich denke, da gibt es nur einen Kandidaten, der unser Volk auch ohne eine Wahl in dieses Amt schon von Geburt an repräsentiert:

SKuKH, den Kronprinz Georg Friedrich von Preußen.

Warum sollte nicht der rechtmäßige Anwärter auf den deutschen Kaiserthron das Amt des Bundespräsidenten ausüben, solange wir noch keine konstitutionelle Monarchie haben?

Ich denke langfristig sollten wir uns dafür einsetzen, daß Deutschland in Zukunft eine konstitutionelle Monarchie wird, daß also ein Kaiser und eine Kaiserin unser Land repräsentieren, so daß uns das unwürdige Schachern bei der Kandidatensuche eines Präsidenten künftig erspart bleibt.

Was die Kosten betrifft, so muß eine Monarchie keine zusätzlichen Kosten entstehen lassen. Die spanische Monarchie kostet die Steuerzahler nur 9 Millionen Euro jährlich. Unser aktiver Bundespräsident allein kostet bereits 4,6 Millionen Euro, doch müssen wir auch die noch lebenden Alt-Bundespräsidenten und deren Hinterbliebene mit dazurechnen. Mit Ehrensolden, Mieten, Dienstwagen, Personenschutz und Renten kommen noch 6 Millionen Euro jährlich dazu, das ergibt 10,6 Millionen Euro. Wenn die Bundesversammlung einberufen wird, kommen noch etwa 1 Million Euro dazu. Zum Vergleich: Der nicht eröffnete Flughafen Schönefeld verschlingt täglich 1,3 Million Euro.

Die Monarchie wäre also sogar preisgünstiger und es gibt mehr Repräsentanten als nur ein Präsidentenpaar durch die Kinder (Kronprinzen) und Geschwister des Kaiserpaares. Wir bekämen also mehr und bessere Repräsentanten für weniger Geld und können dabei das Grundgesetz voll erhalten (außer der Frage des Präsidenten). Und so ein Kaiser bleibt es lebenslang, muß also nicht alle 7 Jahre neu gewählt werden. Somit ist nr ein Kaiser geeignet, eine wahrhafte Identifikationsfigur für das Volk zu sein.

Daß ein König oder Kaiser auch zusätzlich Geld bringt, sieht man am Beispiel der britischen Monarchie, die zusätzliche Touristen ins Land bringt und der Souvenir- und Andenkenindustrie zu guten Geschäften verhilft.

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